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AG Geige im Club JoJo!
AG Geige 21 Uhr Live ...
Sehen sie nicht vertrauenserweckend aus, die Leutchen von Ag Geige? Stimmt schon, mit einer Arbeitsgemeinschaft für Streichinstrumentenvirtuosen hat das Ganze eher weniger zu tun. Stattdessen geht es hier um genau die Band, die sich bereits 1985 in Karl-Marx-Stadt zusammenfand, um ihre ausgebrüteten Ideen der Malerei und Grafik auch musikalisch umzusetzen.
Gemessen am repressiven Staat der DDR und verglichen mit den konsumlastigen Neue-Deutsche-Welle-Reitern kann man für AG Geige wirklich noch das abgenutzte Etikett „Neo-Dada“ gelten lassen. Denn die Musiker riskieren wie ihre Vorgänger Anfang des Jahrhunderts wirklich noch etwas.
„Unsere Haupteinflüsse waren der Futurismus, Kraftwerk, Sterntaler und die Beatles.“ sagen die Autodidakten heute, die seit 1986 regelmäßig unter Zuhilfenahme von Comics, Irrlichtshow, Kostümen, Masken und Filmen das Publikum und die Staatsmacht verunsicherten und ihrer ersten Kassette den verwirrenden Titel „Yachtclub und Buchteln“ gaben. „Trickbeat“ nennen die Geiger, die gar keine sind, ihre Musik heute, die bereits seit 1988 fast nur von Rechnern erzeugt wird.
Die Band lebt heute übrigens in Chemnitz und ist immer noch verliebt in einfache Songstrukturen, sie surreal durch groteske Texte und repititive Schockmomente gebrochen werden. Was sich hinter ihrer aktuellen LP „Raabe?“ nun wieder verbirgt, wissen wir auch nicht so genau. Wer wissen will, ob die Musiker heute ihre Masken lüften und zur Klärung beitragen, sollte den Plan aushecken, sie live zu erleben.
© 1992, Anzeige Zitty [SM]
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