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Parocktikum / DT64 !
AG. Geige & Parocktikum / DT64 ...
Diese Gruppe ist keine Gruppe im urspr?nglichen Sinne, also keine "Rockb?nd" mit Manager, Bandleader und was sonst noch dazu geh?rt. Ina, Jan, Frank und Torsten, das Kollektiv der AG Geige, sind von Haus aus bildende K?nstler und sehen Musik als Erweiterung Ihrer Ausdrucksm?glichkeiten an. Damit weisen sie sich als Bestandteil einer Karl-Marx-St?dter "Szene" aus, in der gerade die Maler und Grafiker durch Besch?ftigung mit angrenzenden Kunstformen Bewegung in althergebrachte Zust?nde bringen. Die vier habe sich als Akteure bei einem Theaterst?ck n?her kennen gelernt. Vor dem hatte schon jeder f?r sich musikalische Versuche unternommen.
Ab etwa 1985 haben sie gemeinsam unter wechselnder Bezeichnung verschiedene Programme produziert. Die AG Geige als solche gibt es seit Mitte 1986. Aber das Wichtige ist eben nicht die Existenz einer wie immer benannten Formation, sondern die gemeinsam erarbeiteten Produkte, also Auftritte, Kassetten, Grafiken, Gem?lde.
In den Bildern, der Gruppenmitglieder findet man den hintersinnigen Humor, den man, auch aus den St?cken der AG kennt wieder und in diesen "Songs" werden uns ganz allt?gliche Dinge / Situationen, die aus den unterschiedlichsten Gr?nden bemerkenswert sind, in irgendeiner Form ?berh?ht, von der Musik pointiert wiedergegeben. Uns umgeben so viele absurde Dinge und Umst?nde, dass es nur eines geschulten Blickes bedarf, sie zu finden und eines guten Gef?hles f?r das Wesentliche um sie kunstvoll darzustellen. Vielleicht kann man die St?cke der AG Geige als musikalische Comics bezeichnen.
Dabei spielt es kaum eine Rolle, dass die vier Akteure keine ernst zu nehmende musikalische Ausbildung genossen haben. Oder vielleicht, eher schon eine positive, denn sie m?ssen sich nicht mit handwerklichem Ballast abschleppen, der einiges von ihrer Originalit?t: verdecken k?nnte.
Der finster entschlossene Gralsh?ter tonsetzerischer Kunst wird die H?nde vors Gesicht; schlagen und von Dilettantismus reden. Auch gut. Das w?re dann schon wieder Stoff f?r einen neuen Song.
Bislang haben die vier vor einem relativ kleinen Publikum in Karl-Marx-Stadt und 2/3 anderen St?dten im S?den gearbeitet. Man kannte sich in etwa und wusste vor allem um die Bedingungen und Begleitumst?nde. Schon die Konfrontation mit einer Einstufungskommission brachte Verst?ndigungsschwierigkeiten. Nat?rlich kann man niemandem einen Vorwurf machen. Wer von Heavy Metal Bands ?ber Folk-Duos bis zur "Amateurtanzkapelle" alles m?gliche einzusch?tzen hat, findet sicher nur schwer Zugang zum Konzept der AG Geige.
Und dann noch ein anderes Problem: Das Kollektiv aus Karl-Marx-Stadt ist mittlerweile im ganzen Land bekannt. (Man war ja im Radio zu h?ren) Daraus erwachsen nun aber Erwartungshaltungen, die nach herk?mmlichen Ma?st?ben v?llig legitim sind. Es wird nach einer Autogrammadresse gefragt, nach Aufklebern, nach Klubauftritten. Wenn sich eine Gruppe diesen Mechanismen verschlie?t, geht sie das Risiko ein, Sympathien einzub??en. Man muss sich aber mit dem Gedanken abfinden, dass die AG Geige bereit ist, mit diesem Risiko zu leben.
Die Aufnahmen der sechs Titel fanden vom 9.-11.10.87 in der Galerie Hermanstrasse am Br?hl in Karl-Marx-Stadt statt. Vor dem Haus war ein ?-Wagen stationiert, wo per 16-Spur-Anlage die Sachen aufgenommen und am dritten Tag die Masterb?nder gemischt wurden.
Die erste Begegnung der AG mit professionellem Equipment war ebenso aufregend, wie die Konfrontation des Tonregisseurs und der ?-Wagenbesatzung mit der Musik der Gruppe. Man fand aber relativ schnell einen Konsens, der die Zusammenarbeit erm?glichte. Wenn man bedenkt, dass f?r alle Seiten eine Premiere stattgefunden hat, muss man mit dem Ergebnis sehr zufrieden sein.
Hier noch einmal Dank an Klaus-Dieter Hess (Tonregisseur), die Besatzung des ?1 und Walter Cikan, den Chef-Produzenten f?r Jugendmusik beim Rundfunk.
Die St?cke:
Astronauten / Nasenwalzer / Der Dirigent / Das Scheusal / Fischleim / Kosmonauten
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