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AG. Geige "Raabe" Plattenkritik!

Die Texte immer witzig und recht skurril ...

Die Chemnitzer waren seither ein auffälliger Bestandteil der ostdeutschen (sogen.) „andere Bands“-Bewegung. Die Texte immer witzig und recht skurril. Denken wir nur an ihre Tapes wie „Yachtclub & Buchteln“ sowie an ihre, für hiesige Verhältnisse unglaubliche Bühnenpräsentation. Nach ihrer ersten LP CD „Trickbeat“ auf fuckin’ Deutsche Schallplatte als Abrechnung mit der alten Zeit, nun auf Zensor anschlussartig der Nachfolger. Groß geändert haben sie sich vom Grundgestus nicht, sind vielleicht nur ein bisschen „konsumfreundlicher“ geworden. Viele, vor allem lustige Songs finden wir dieser LP, so zum Beispiel: „wir lassen fahnen wehn“ oder „ich glaube“. Eingestimmt wird mit dem etwas härterem „blauer Mond“. Gute Stücke noch das sehr groovige „trickbeat“ und die Neuaufnahme von der Vertonung des Stanislaw Lem Textes „beklagenswertes los eines roboterwaisenkindes“.

Besonders witzig natürlich die Texte und vor allem der kleine Idiot, der auf dem Postamt sitzt und meine Briefe studiert, wir finden fettige Spritzer zwischen den Zeilen, weil er sich mit meinen Postbriefumschlägen die Fingernägel reinigt. Bei diversen Textstellen ziehen sie wieder alle Register: „... kommend aus dem Land der permanenten Selbstbedienung ...“ („ich bin ihr boy“) oder in dem tragischen Epos „leysegang und ich“. Soundlich erwartet einem nichts sonderlich Neues, aber als Begleiter-scheinung zu den Texten ist die Musik eine Bereicherung.

LP „Raabe?“ – flott! spritzig! dufte! Ina & Jan Kummer, Olaf Bender und Frank Bret schneider zehren zurecht von ihrer Vergangenheit.

© 1992, LP Kritik Personannon Grata Winter [Tom]









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