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Und der Synthesizer säuselt!
Bilder der AG Geige im Kunstladen Laterne zu sehen ...
Mit Musik der zweiten Langspielplatte („Raabe?“, Zensor Musikproduktion GmbH, Vertrieb: SPV) und nostalgischem aus dem Demo-Kassetten-Zeit („Yachtclub & Buchteln“) eröffnete das Chemnitzer „Trickbeat“ - Quartett AG Geige am Montag, den 25. November gegen 8:00 Uhr eine Ausstellung bildkünstlerischen Werken von vier der fünf Gruppenmitgliedern (inkl. Technik) im Kunstladen Laterne.
Leider war von den gewachsenen Gesangsqualitäten – auf der neuen Platte erfreulich zu registrieren – nicht allzu viel zu hören, lags an den beizeiten verräucherten Räumlichkeiten ( die Galerie ist halt nur Wohnungszimmergroß ) , lags am kompakteren Sound.
Die Spielfreude, besonders bei den älteren Stücken („Bruder und Schwester“), „Frühstart erlaubt“, „Yachtclub ...“) war sichtlich groß. Und Textverständlichkeit ist ohnehin Luxus, es gibt ja die Platte. Langweilig jedenfalls wurde es nie, dank Film- und Diaspektakel und solchen musikalischen Hochreißern wie „Hammerfrieden“ ...
Etwa 50 Gäste waren diesmal gekommen. Aber wenden wir uns der Ausstellung zu. Bilder von Jan Kummer und Frank Bretschneider sah man in den vergangenen Jahren verschiedentlich. Einige schon mehrmals. Aber sie sind ja immer wieder schön. Parallelen zu den skurrilen – nonsensiblen Texten der Gruppe sind immer wieder zu finden („Stadt der Fische“), wobei Bretschneider eher das Mittel der dadaistischen Bildmontage variiert und auch zeichenhafte Formulierungen findet, während Kummer ein deutliches Gespür für absurde Informationen hat.
Ein karnevalistisches Moment ist allen vier Künstlern eigen: Das Außerkraftsetzen Sinnzusammenhänge und Bildlogiken. Im Grunde trifft das auch auf die Fotos bzw. Fotocollagen von Olaf Bender und Dieter Wuschansky zu. Wobei allen gemeinsam ein deutlicher ironischer Bezug zu den frühen 60iger Jahren ist, bei Wuschansky stärker zu filmästetischen Klischeebildern, bei Bender zu Style und Design, bei Bretschneider wohl zu den Phantasmagorien der Beatnik- und Hippikultur, am wenigsten bei Kummer, der andere, märchenhafte Metaphern bevorzugt.
Wie wohl allen vier ein spielerischer, kindlicher Zugriff auf die Realitäten eigen ist. Irgendwie alles Alice im Wunderland oder Professor Flimmrich ...
Man sollte sich die Arbeiten ruhig noch einmal unverstellt von Computer und Kabelgewirr anschauen oder Synthesizergesäusel im Ohr.
Gelegenheit ist bis zum 31. Dezember, jeweils montags 15.00 Uhr bis 19.00 Uhr und donnerstags 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr.
© 1991, Chemnitzer Zeitung [Hans Brinkmann]
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