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NMI CD/LP – Kritik 1990!

"Trickbeat" (Amica) ...

Die AG Geige ist (nach Feeling B) die Band, der Amiga nicht schaden konnte. Kein toter, schon gemixter Einheitssound – es geschehen noch Zeichen und Wunder.

Wer aber weiß schon, was es mit dem Möbiusband wirklich auf sich hat? Zeichen setzt diese wunderliche Platte allemal, mit ausgeprägtem Sinn für überrealistische, auch skurrile Texte nämlich und einer Musik, die alle Register zieht, was fantasievolle Strukturen und Klänge angeht (Fingerwalze).

Die Klangkonstruktionen sind zwar perfekt, und Liebe zum Detail spielt ebenso mit, spannend aber finde ich, dass es nie synthetisch langweilig klingt (wie allzu oft bei elektronischer Musik). Diese Musik wird total unsinnlich, gestylt eben bis ins letzte Echo, und trotzdem oder gerade deshalb hat sie was total schräges: Katastrophen-Visionen in verrückten Klang- und Sprachbildern, die so gewisse Klischees völlig demontieren („So ist das Leben und sollte nischt sooo seihein ...“).

Das finden sich unvermutet alltägliche Verrichtungen in ihrer betont stupiden Langweiligkeit gekoppelt mit fantastischen Begebenheiten („Das Essen brüllt und brodelt und die Menschen haben große Angst ...“). Dazu gibt es irre Links/Rechts-Effekte und einen bewusst unschönen Sprechgesang, der genüsslich die Mitteilungen in ihr Gegenteil verkehrt.

Diese Art zu musizieren (live mit einem Multi-Mediakonzept) fordert wohl eh zum Spiel mit Sinn-Varianten heraus und so muss sich jeder seine Zusammenhänge selbst suchen. Stellen wir uns doch einfach mal vor, wir würden auf Stelzen einholen gehen ...

© 1990, NMI [A.S.]









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