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Journal 1990 – LP Rezension AG Geige - Trickbeat!
Wir leben in den Tagen von Zeychen und Wundern ...
So beginnt eine Schallplatte, auf die viele Menschen schon lange gewartet haben. Die AG Geige genießt schon seit ca. zwei Jahren Kultstatus, nur fehlte nach ihren ersten Iminaten Auftritten die erste LP, so dass viel von dem alten, schönen Material verschüttgeht.
Die jetzt vorliegende Scheibe bietet bis auf wenigen Ausnahmen neuere Titel an.
Das Schöne an der AG Geige ist Ihre Eigenwilligkeit, diese südliche Eigenblödelei. Stoisch unbeirrbar durchschreiten sie ihre Strassen und Hohlwege voller Hall und Echos, immer der Welt zugesandt. Die elektrischen Gerätschaften kolabieren zu einem konstruktiven Konglomerat. Es ist nicht Elektronic Body Musik, nicht Dance und nicht Rock-Musik und doch irgendwie alles zusammen. Das hat Groove, Bewegung, das pulst und atmet voller Dynamik.
Trick-Beat eben. Die vier Karl-Marx-Städter zeigen mit ihrem Sound, wie lebendig und ungezwungen elektronische Musik klingen kann. Fein gemacht! Der Geige ging es bei ihren Produktionen in den Rundfunkstudios vornehmlich darum, im Wust der Apparatschaften nicht unterzugehen und mit schlappem DDR-Sound wieder raus zu kommen.
wer bleibt der mag versauern / wir ziehn hinaus ins all / flieg schneller silberraumschiff / nur fort vom erdenball . . . wir hinterlassen welten/ die uns’ren sind es nicht.
Nein, da sollte am Ende schon internationales iveau herausschauen. Der Gruppe halfen da besonders Christina Ulrich und Lutz Schreamm bei den Aufnahmen. Nun hatte ja diese Arbeitsgemeinschaft genügend brauchbare Ideen, augenfällig dabei das engagierte Gitarrenspiel Frank Bretschneiders. Herzallerliebst auch das leichte Sächseln von Ina Kummer auf dem >>Möbius-Band<<, während jan Kummer durch seine subtile und süffisante Interpretation glaubwürdig in die gesungenden Texte und Rollen taucht.
© 1990, Journal [Carlo Unterhass]
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